Heute vor 30 Jahren: Let’s have a ‚Black Celebration‘

Ich war noch keine zwei Jahre alt. Habe folglich nichts von all dem Trubel in der Welt mitbekommen. Ereignisse wie die Explosion der Raumfähre Challenger und mehr noch die Reaktorkatastrophe Tschernobyl bleiben einem jedoch dauerhaft im Gedächtnis. Musikalisch war das Jahr 1986 allerdings ein durchaus gutes. Die Band Metallica veröffentlichte mit „Master Of Puppets“ (u.a. mit Battery, Master of Puppets und dem – wie ich finde – recht coolen Orion) eine der Meilensteine ihrer musikalischen Laufbahn, Falco räumte mit den Singles seines Werkes Falco 3 alles ab und eine Band aus dem Nordosten von London veröffentlichte ihr fünftes Studioalbum, erneut produziert in Berlin. Depeche Mode hauten heute vor 30 Jahren mit Black Celebration ein Album raus, welches  sich zwischenzeitlich bis auf den zweiten Platz der deutschen Albumcharts schieben sollte. Die Playlist kann sich noch immer sehen lassen:

  1. Black Celebration
  2. Fly on the Windscreen (Final)
  3. A Question of Lust
  4. Sometimes
  5. It Doesn’t Matter Two
  6. A Question of Time
  7. Stripped
  8. Here Is the House
  9. World Full of Nothing
  10. Dressed in Black
  11. New Dress

Der gleichnamige Song Black Celebration wurde in den letzten Jahren zu einem meiner Lieblingslieder, insbesondere durch seine ganz eigene Dynamik live. Stripped ist eines der meistgecoverten Stücke der Band, unter anderem Scooter und Rammstein versuchten sich daran (mit Erfolg). Here Is The House und World Full Of Nothing haben eine ganz eigene Magie, insbesondere live, wo beide Stücke in der Regel von Martin Gore gesungen werden. New Dress ist eine Kritik an Lady Diana, welche Gore heute am liebsten vergessen würde. Er habe ihr damit zutiefst Unrecht getan, sagt er selbst. Na gut, passiert.

Und wenn ich schon dabei bin, von meinen Lieblingsstücken erzählen, dann ergibt es nur Sinn, wenn ich meine favorisierten Versionen auch verlinke. Los geht’s:

Black Celebration

Fly On The Windscreen

A Question of Lust

It Doesn’t Matter Two (*Tipp*)

A Question of Time

Stripped

Here Is the House (Liveaufnahme aus Frankfurt aus dem Jahr 1990!)

World Full of Nothing (Liveaufnahme aus Frankfurt aus dem Jahr 1990!)

Dressed in Black

 

Hier ein schöner Artikel zum 30. Geburtstag von Black Celebration.

 

Copyright Bild: „Black Celebration“, von M. Atkins, D.A. Jones, M. Higenbottam für depechemode.com, Größe geändert. 

Reingehört: Soulsavers & Dave Gahan – Angels & Ghosts

Angesichts der ersten Singleauskopplung „All of This and Nothing“ und des großartigen Erfolgs des letzten Albums war ich etwas skeptisch, ob das neue Werk der Soulsavers mit Depeche Mode Frontmann Dave Gahan daran anschließen kann. Und in der Tat hat sich im Gegensatz zum Vorgänger „The Light The Dead See“ bei „Angels & Ghosts“ nicht gleich nach dem ersten Hören ein Lieblingssong bei mir herausgebildet (damals war es „Take Me Back Home„). Nach mehrstündiger Dauerschleife stelle ich allerdings fest: Stark, die Scheibe kann was! Und irgendwie setzt sie genau bei ihrem Vorgänger an. Gefühlt sind beide Alben ein wunderbar zusammenhängendes Werk mit Dave Gahan in Höchstform. Einiges erinnert mich an die Stimmung aus dem Depeche Mode-Klassiker „Violator“ und noch mehr an die letzte Platte von Nick Cave and The Bad Seeds. Klar, Gahan ist direkter. Seine Texte sind nur selten kryptisch und das Wort „Angel“ kommt auffallend oft vor, aber diese Energie – in Kombination mit einer gewissen Schwermütigkeit – klickt einfach. Hinzu kommt, dass die Backgroundsängerinnen gut gewählt wurden und ein insgesamt stimmiges Soundbild ergeben. Und auch einen Lieblingstrack habe ich mittlerweile, wenngleich es ehrlich gesagt schwer fällt, nur einen Song zu nennen: „One Thing“. Einfach nur ein paar Instrumente und Daves Stimme.

Man merkt, wie wohl Gahan sich sich fühlt. Seine Stimme ist klar und die Arragements sitzen, sei es beim ebenfalls tollen Stück „Tempted“, welches bei mir mit den ersten Klängen Bilder im Kopf produziert, oder bei „My Sun“, wo ich mir gegen Minute 2 Martin L. Gore hinzuwünschen würde.

Doch, ich bin zufrieden. Sehr. Die dunklen Tage nahen und ich habe mit diesem Album wieder ausreichend Stoff, um meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und in Melancholie zu versinken.

Dave Gahan ist mit den Soulsavers aktuell schon auf Tour und macht auch in Deutschland, genauer gesagt in Berlin, halt. Deren erstes Konzert, welches in Los Angeles stattfand, kann man sich hier anschauen:

Wer lieber mal in via Spotify in die Playlist reinhören möchte, dem habe ich hier etwas zusammengestellt.

 

Copyright Bild: Steve Gullick, mlk.com

25 Jahre „World in My Eyes“

Ja, ja, dieser Tage gibt es allerhand mehr oder minder wichtige Jubiläen, Jahrestage et cetera, Pipapo. Wirklich wichtig ist für mich dagegen der 25. Geburtstag des Depeche Mode Klassikers „World in My Eyes“. Der Song wurde am 17. September 1990 veröffentlicht und gehört seither zu den absoluten Paradestücken der Band aus Basildon. Der Track stammt komplett aus der Feder von Martin L. Gore, jedoch ist es die Mischung aus zweistimmigem Gesang von Gore – Gahan und den elektronischen Klängen, die dem Lied eine einmalige Note verleiht. Auf dem sowieso ungemein starken Album „Violator“ vertreten, ist „World in My Eyes“ vielleicht sogar mein (nicht mehr ganz so) heimlicher Favorit – trotz „Enjoy The Silence“ oder „Personal Jesus“.

Eine richtig gute Coverversion des Songs habe ich nun auf YouTube gefunden. Es stammt von Anna-Lynne Williams aka Lotte Kestner:

Wer sich noch mal das Orginal in einer Liveversion anhören möchte, der klicke auf den unteren Link: