23.05.14: WWE in Oberhausen. Kurzbericht.

Fest steht, dass ich an einem Freitagnachmittag nie wieder die (leider nicht sechsspurigen) Autobahnen Richtung Norden nutzen werde. Zu viel Stau wegen nix, zu viele nervige LKWs. So kam ich, trotz eines normalerweise ausreichenden Zeitpuffers, zu spät zur Veranstaltung. Immerhin nur 15 Minuten und aufgrund des festen Sitzplatzes nicht so dramatisch. Dieser war übrigens eines der Highlights an diesem Tag. Für 60€ saß ich etwas erhöht und hatte so allerbeste Sicht auf das Geschehen im Ring. Nicht ganz so gut dagegen das direkte Umfeld, anscheinend zwei Männergeburtstage, die ohne das geringste Fünkchen Ahnung grölten, was das Zeug hielt. Schon nach 20 Minuten Dauerlärm hatte eine Person hinter uns keine Stimme mehr und widmete sich folglich wieder dem Alkohol, dem insgesamt das ganze Umfeld keineswegs abgeneigt schien. Schwer erträglich, auch weil die betreffenden Feierbiester nicht nur sangen und soffen, sondern gleichzeitig auch ausfällig wurden und sich nur schwer auf ihren eigenen Beinen halten konnten.

Doch kommen wir zur Action im Ring. In der fast ausverkauften KöPi-Arena zu Oberhausen wurde den Zuschauern zunächst viel Mittelmaß präsentiert. Erst als der (fast) Hometown-Hero Cesaro den Ring betrat wusste man, dass man sich auf ein gutes Match gefasst machen kann. Zusammen mit seinem Gegner Sheamus lieferte sich der Schweizer ganz klar das Match des Abends, welches durch flüssiges Kombinationen, astreine Powermoves und eine insgesamt sinnige In-Ring-Psychologie bestach. Man konnte durchaus den Eindruck gewinnen, als wolle Cesaro aufgrund seiner Nähe zu Oberhausen noch etwas mehr als üblich geben und dies wurde von dem sowieso recht lauten Publikum dankbar angenommen, die auch vom – ebenfalls in Topform befindlichen – Sheamus recht angetan schienen.
Enttäuschend dagegen das Match von Ziggler gegen Del Rio, wo zwar die Spots funktionierten, doch im Match selbst keinerlei „Fluss“ aufkommen wollte.
Der Main Event hieß sodann Bray Wyatt vs. John Cena. Beide Akteure bekamen starke wenngleich gemischte Reaktionen, ersterer sogar mit einem kurzen Geburtstagsständchen. In einem ordentlichen Kampf, bei der die Atmosphäre weitaus entscheidender als die Action im Ring war, konnte sich Cena durchsetzen, der somit die vielen Kinder und gar auch einige Erwachsene zum Jubeln brachte. Es war unverkennbar, dass in Deutschland die „Cenation“ doch recht weit verbreitet ist.

Insgesamt war es eine ordentliche Show, bei der die Workrate nicht sonderlich hoch war, es jedoch dennoch ausreichte, um die anwesenden Zuschauer angemessen zu unterhalten. Im November kommt die WWE dann unter anderem zurück nach Frankfurt und so kann ich mir durchaus vorstellen, dass ich auch hier wieder anwesend sein werde. Diesmal dann ohne stundenlange Anfahrt. Zum Glück.