Quick Notes zur wXw World Tag Team League

Viel wurde geschrieben auf CyBoard, Facebook und anderen Plattformen. Dort könnt ihr sicherlich intensivst jedes Detail nachlesen, deshalb will ich versuchen, mich kurzzufassen: Sagen wir es so…I’m hooked. Again and again.

Die drei Tage in Oberhausen bei der wXw World Tag Team League waren schlichtweg herausragend, kein einziges Match fiel (deutlich) ab. Der Samstags-Event war über jeden Zweifel erhaben und gehört wohl zu den besten Veranstaltungen der wXw-Geschichte.
Das lag natürlich an den starken Matches zwischen Death By Elbow vs. The Leaders of the New School, A4 vs Cerberus oder Bailey vs. Simmons, aber nicht nur. Sondern auch an einem Angle, das für ungemein viel Gesprächsstoff sorgte: Der wXw-Geschäftsführer Christian Michael Jakobi kehrte als On-Air Charakter zurück. Nach einer herzzerreißenden Ansprache von Karsten Beck, der sich nach überstandener Operation aufgrund eines gutartigen Tumors bei den Zuschauern zurückmeldete und für die vielen Genesungswünsche bedankte, sprach Jakobi zu seinem Freund Beck. Und nach einigen persönlichen und emotionalen Geschichten wandte sich der wXw-Geschäftsführer in niederträchtigster Weise gegen seinen Weggefährten und lies zu seiner Unterstützung das Team Ringkampf kommen.

Nicht nur diese, auch die Promo vom Sonntag sollte man als Fan des Sports Entertainment wirklich gesehen haben. Wenn mich jemand fragt, wie deutsche Wrestlingpromos aussehen müssen, dann würde ich ihm diese beiden als Blaupause vorschlagen.

img_0426Das kommt für langjährige Weggefährten der europäischen Wrestlingszene zwar keineswegs überraschend, kennt man Jakobis außergewöhnliches Talent doch beispielsweise auch aus der Fehde zwischen GSW und wXw, doch die Auftritte vom vergangenen Wochenende waren noch mal ein Stück brillanter, emotionaler und vielleicht das Beste, was ich bislang in einem deutschen Wrestlingring am Mic gesehen habe. Ich kann nur jedem empfehlen, sich dieses Stück deutscher Wrestlinggeschichte – ja, ich gehe so weit –  anzuschauen, auch wenn dafür monatlich mal 9,99€ anfallen sollten. Knappe 10 €, die ich übrigens gerne ausgebe.

Eine Frage, die jedoch mit Jakobis On Air-Charakter aufkam, ist, wie man nun damit bei wXwNOW umgeht. Ich persönlich bin der Ansicht, dass dies keinerlei Problem darstellt und man im Jahr 2016 auch von Fans erwarten kann, dass sie Storylines und Behind-the-Scenes-Material trennen können. Zur Verdeutlichung dieser Trennung kann man jedoch den Look des Protagonisten ein wenig abändern und den „echten“ Jakobi mit Wuschelhaaren und ohne Brille darstellen, während die On-Air-Persönlichkeit perfekt sitzende Haare, eine schicke Brille und den passenden Anzug trägt. Und wie ich eben gesehen habe, scheint man dahingehend ähnlich zu denken.

img_0519Zurück zur #wXwWTTL selbst bleibt festzuhalten, dass es sich hier um einen richtig starken 3-Tages-Event handelt, den ich nur wärmstens empfehlen kann. Das Finale um die Tag Team Titles am letzten Tag gehört gut und gerne zu den MOTY-Kandidaten und fand mit JML würdige Sieger. Diese verteidigen ihre Titel auch zeitnah in einem High Profile Match – und zwar in Frankfurt bei Broken Rules – aber dazu demnächst mehr auf hallofrankfurt.de.

Zum Schluss noch jeweils drei Punkte, die ich kritisieren muss und drei Dinge, die ich neben den oben genannten Ausführungen positiv festhalten muss:

 

Negativ

  • Die Idee von Femmes Fatales war stark, sollte wiederholt werden und fand mit der Alpha Female die richtige Siegerin. Doch leider waren einige der Matches unausgegoren und das Konzept ohne Halbfinale etwas unschön. Zudem war die Matchqualität nicht so hoch, wie mit dem Kader möglich gewesen wäre.
  • Das Hochzeitsangle mit Kevin Roadster, Melanie Gray, Marius van Beethoven und Alpha Female war lieblos und uninspiriert. Weder (fake-)Pfarrer, noch Altar, Hochzeitstorte oder Trauzeugen wurden aufgeboten und so konnte man die Story am Sonntag nicht ernst nehmen. Sehr schade, insbesondere nach einem solch langen Aufbau. Payoff zu dünn.
  • Die „Alpha Shemale“-Rufe und Schilder. Yo Leute, da ist eine starke Frau im Ring, die überdies MMA betreibt und euch mal ganz fix eine Abreibung verpassen kann. Dass sie nicht in euer Frauenbild passt, ist euer Problem. Get over it.

Positiv

  • „Bruiserweight“ Pete Dunne als wXw Shotgun Champion ist eine sehr gute Maßnahme, die uns mehrere gute Matches bescheren dürfte.
  • Jinny, die ich zuvor nicht kannte, war eine starke Verpflichtung. Zwar wirkt sie schmächtig, doch spielt sie ihren Charakter ungemein stark, bitterböse und absolut glaubwürdig. Würde mich sehr freuen, sie in Zukunft noch öfter bei der wXw sehen zu können.
  • Moustache Mountain sind so gut. Höchst unterhaltend im Ring und gleichzeitig mit der Fähigkeit gesegnet, die unterschiedlichsten Stile mitgehen zu können. Tyler Bate wird in diesem Business noch viel erreichen, da lege ich mich jetzt einfach mal fest.

So. Und jetzt freue ich mich auf Broken Rules und Frankfurt und hole mir zudem mein Ticket für das 16 Carat Gold 2017. Nicht nur, aber auch weil Cody Rhodes daran teilnehmen wird.

(c) João Pedro Brigatti, http://knowyourmeme.com/

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