Brexit und eine Reise nach London (2016)

Der Hund schlug früher an als sonst. Am Donnerstag, den 24. Juni, war es schon gegen 6:20 soweit, dass Hunter, mein neues Haustier, mit einem morgendlichen Bellen auf sich aufmerksam machte. Meine müden Augen schauten einige Minuten später zum ersten Mal an diesem Tag auf das Handy. Die Statusleiste quoll über, es gab nur ein Thema: Brexit! Die EU-Gegner um Nigel Farage und Brian Johnson schafften es, die wählende Mehrheit um den Finger zu wickeln und ihnen ein „nein“ zu entlocken.

Die Rückkehr des Nationalismus

Dass die gesamte „Vote Leave“- Kampagne auf Fremdenfeindlichkeit, Sozialdarwinismus und – so muss man es wohl zusammenfassen – Lügen basierte, schien die – wenngleich knappe – Mehrheit der Wähler nicht zu interessieren. Zwar werden nun Stimmen laut, wonach viele ein solches Resultat trotz ihres „Leave“ nicht bezwecken wollten. Auch hatten mehrere Menschen aufgrund der verbreiteten Unwahrheiten und der durchaus nicht einfachen Informationslage Schwierigkeiten, sich eine Meinung zu bilden. Dennoch steht das Urteil der Einwohner Großbritanniens, für viele kam es nicht überraschend. Unterdessen zeigt sich die die nationalistische, gar rassistische Einstellung vieler Briten nach dem Brexit. Es kommt zu Übergriffen und Anfeindungen auf offener Straße, auch gegen EU-Bürger. Das Klima wird immer rauer.

Mit Theresa May hat Großbritannien nun eine neue Premierministerin, die den Brexit durchziehen wird. Trotz zwischenzeitlicher Hoffnungen, er könnte noch abgewendet werden.

Den Chauvinismus aufhalten

Was gerade passiert, ist erschreckend. Und Rechtspopulisten in ganz Europa sehen ihre Chance gekommen, es den Briten nachzumachen. Le Pen, die FPÖ und Wilders denken schon über ein eigenes Referendum nach, Martin Schulz dagegen regiert mit harter Hand und zeigt solchen Ideen die kalte Schulter. Und auch Großbritannien legt er nach dem Referendum den schnellen Austritt nahe. Ein wenig befremdlich, wie ich finde. Sollte mann nicht eher bemüht sein, eine Lösung zu finden, um Großbritannien möglichst nah bei sich zu halten?

An der EU festhalten - Reformen anschieben

Mir scheint, als verfolge Schulz damit, ebenso wie Juncker, eigene Interessen. Interessen, die für mich nicht im Einklang mit den Grundwerten der EU stehen. Dabei müssen wir jetzt umso mehr aufpassen, dass die Idee der EU nicht vollends zerstört wird. Passend dazu:

Unterdessen reiben sich Geschäftsmänner in Deutschland die Hände, Frankfurt soll zur neuen und einzigen Finanzmetropole gemacht werden. Ungeachtet des Wegbrechens Großbritanniens ist man fleißig dabei, die EU Richtung Osten hin zu erweitern. In meinen Augen ein Teil des Problems.

Man muss sich als Gralshüter der EU endlich mal mit der Frage beschäftigen, für was diese Union eigentlich steht. Es zeigt sich deutlich, dass es vielen Politikern und Geschäftsmännern viel eher um wirtschaftliche Gesichtspunkte geht, aber dies darf nicht der maßgebliche Ansatz sein. Für den Bürger hat die EU einen anderen Wert und bedeutet viel eher: Andere Kulturen entdecken, Menschen kennenlernen, Frieden zwischen den Nationen, Reisefreiheit.

Reisefreiheit

Die Möglichkeit, frei zu verreisen ist der Grund, warum ich seit vielen Jahren regelmäßig nach London fahren bzw. fliegen und ein paar schöne Tage verleben kann. Ich bin dankbar über diese Freiheit, in eine andere Stadt dermaßen eintauchen zu können und so wurde London in den letzten Jahren zu meiner zweiten Heimat. Einem Ort, an dem ich mich wohl fühle. So auch in diesem Jahr. Einige Eindrücke…

Diese Stadt

Gefühlt habe ich alles schon mehrfach fotografiert. Und doch erstrahlen die Orte und Sehenswürdigkeiten immer wieder in einem anderen Licht.

The Emirates Air Line Cable Car

Auf der Hinfahrt zu meiner Wohnung am ersten Tag sah ich die Seilbahn und dachte sofort: Da musst du mal rein. Gesagt, getan. Und natürlich darf muss bei einer solchen Unternehmung die Kamera mit. 🙂

Von Canary Wharf zurück nach Bethnal Green

In diesem Jahr wollte ich mir diese unwirkliche Büroinsel Canary Wharf mal genauer anschauen. Ein riesiges, surreales und überaus künstliches Wirtschaftszentrum mit unterirdischem Shoppingcenter. Von dort aus ging ich dann per Fuß zurück nach Bethnal Green. Einen Teil des Weges habe ich entlang der Themse ebenfalls mit der Kamera begleitet.

Im nächsten und letzten Teil geht’s dann weiter mit Streetart und Leckereien aus London. 🙂

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